Inspirationsreisen

http://nmi-2030.berlin/wp-content/uploads/2015/10/Comenius_kl.jpegInspirationsreisen

Ein Ergebnis des 1. INSEL-Forums war der Wunsch, Nachhaltigkeitsprojekte in anderen Berliner Stadtteilen kennenzulernen und diese als Ansporn für das eigene Engagement zu nutzen. Hierfür organisierte die DorfwerkStadt mit Hilfe der finanziellen Unterstützung durch Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf und Senat von Berlin zwei Kiezausflüge nach Neukölln.

Die Inspirationsreise am 17. November 2014 führte die Ausflugsgruppe zu Projekten der ehemaligen architektonischen Modellsiedlung Rollbergviertel sowie in den Nachbarkiez Rixdorf. Lösungsansätze für soziale Brennpunkte standen im Mittelpunkt – Projekte wie AKI Arabisches Kulturinstitut e.V. arbeiten hier unermüdlich an der interkulturellen Verständigung und der Einbindung arabischstämmiger Menschen in die deutsche Gesellschaft.

Der Besuch des vom Verein betriebenen Computertreffs und des Kinderclubs Rollberg zeigten eindrucksvoll, wie wichtig und wirksam soziale Arbeit in “Problemkiezen” ist.

Gruppenbild_BrückeInspirationsreise_1cDer anschließende historische Exkurs in das Rixdorf vor 100 Jahren zeigte die traditionelle Verwurzelung des Kiezes im Arbeitermilieu auf. Akuelle Tendenzen, die sich mit dem Schlagwort “Gentrifizierung” fassen lassen, bringen negative wie positive Veränderungen in das Quartier. Neben steigenden Mieten entwickeln sich auch Gegenbewegungen, die z. B. mit einem Minikaufhaus für Kleinstproduzenten erste Schritte in Richtung einer sozialen Ökonomie gehen.

Diese Erfahrungen auf dem Festland veranlassten die Insulaner zu einer zweiten Inspirationsreise am 03. Dezember 2014.

Als Ziele wurden diesmal von der DorfwerkStadt die “Thinkfarm” in der Kreuzberger Oranienstraße und das Veganladen-Kollektiv Dr. Pogo am Richardplatz vorbereitet.

Kiezausflug_2_Thinkfarm_1

Ersteres ist ein so genannter Co-Working Space in einer alten Fabriketage, wo sich viele junge Unternehmen mit dem Fokus auf nachhaltiges Handeln zusammengeschlossen haben. Man arbeitet dort an seinem gemieteten Arbeitsplatz für sich, aber im kreativen Austausch mit Menschen, denen die gleichen Dinge am Herzen liegen. Ein “Denkbauernhof” für das nachhaltige Berlin. Diplom Designerin, Co-Workerin und Netzwerkerin Carolin Oelsner stellte die einzelnen Firmen vor und regte auch erste interessante Kontakte an.

Die später angesteuerte vegane Genossenschaft betreibt einen Bioladen am Richardplatz, wo ein Genosse sich die Zeit nahm, den angereisten Inselbewohner_innen die Vorzüge einer Lebensmittel-Genossenschaft zu vermitteln. Da es auf der Mierendorff-INSEL noch keinen Bio-Laden gibt und auch Veganismus nicht jedermann geläufig war, stießen seine Ausführungen auf offene Ohren.

Kiezausflug_2_Thinkfarm_2

 

Zwischen den beiden spannenden Terminen sorgte das Projekt “Mieter_innen kochen für Mieter_innen” von Gilles Duhem für das leibliche Wohl der kleinen Reisegesellschaft. Im Beisein des Initiators, vieler Rollbergviertler_innen sowie des diensthabenden Polizeirevierleiters speiste man lecker und vertiefte sich in die interkulturellen Besonderheiten des Kiezes.

Fazit:

Die beiden Inspirationsreisen nach Neukölln stärkten den Willen der Bewohner_innen von der Mierendorff-INSEL auch im eigenen Quartier mehr Aufmerksamkeit auf ein besseres Zusammenleben zu richten – zwischen den Nationen, den Generationen sowie den Menschen mit unterschiedlichen sozialen Lebenssituationen.